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Funny Money 2006


Auszug aus der Rheinpfalz


Eine Leiche zur Geburtstagsfeier

EDENKOBEN: Theatergruppe  total besteuert der Fachhochschule für Finanzen tritt am Donnerstag zum ersten Mal auf


In einer Werkstatt im Keller der Finanzfachschule in der Luitpoldstraße entspinnen sich seit Monaten Träume um 735.000 englische Pfund, es werden Koffer vertauscht, Polizisten bestochen und eine Leiche erscheint als Überraschungsgast zur Geburtstagsfeier. Seltsam? Auf einer Theaterbühne keineswegs: Im Kurpfalzsaal in Edenkoben stehen am Donnerstag, 9. November, acht Dozenten der Fachhochschule für Finanzen zum ersten Mal auf einer richtigen Bühne.

Seit über einem Jahr macht die Gruppe  total besteuert im übertragenen Wortsinn  Theater im Finanzamt .  Funny Money (zu deutsch: lustiges Geld) heißt das Stück, mit dem die zehn Lehrenden Klischees und negative Assoziationen dem Finanzwesen gegenüber mit Spaß und Humor begegnen wollen  und dabei auch noch imMilieu bleiben: In der Kriminalkomödie des britischen Autors Ray Cooney entwickelt ausgerechnet ein Buchhalter kriminelle Energien. Bei einem Ausflug im August 2005 haben die Kollegen, die in Edenkoben Studenten zum Diplom- Finanzwirt ausbilden, die Idee geboren, eine Theatergruppe zu gründen, dabei allerdings zunächst an ein kulturelles Angebot für Studierende gedacht. In Anbetracht der Organisation der Lehreinheiten als Blockunterricht sei dies jedoch nicht zu verwirklichen gewesen. Also beschlossen die Dozenten, es selbst zu probieren. Außer Christian Herbrand, der die Regie übernahm, hat noch keiner Theaterluft geschnuppert. Die  Bühnenerfahrung" beschränkte sich auf die Unterrichtssituation vor den Studenten. Bei den regelmäßigen Treffen brachte Herbrand seine Kenntnisse als ehemaliges Mitglied des Mannheimer Amateurtheaters  ImPuls ein und erarbeitete zunächst eine Grundausbildung, Atem- und Sprechübungen sowie Haltung und Verhalten auf der Bühne. Gemeinsam suchten die Freunde ein geeignetes Stück und ließen sich viel Zeit für die Rollenfindung   zunächst mit völlig offenem Ziel , erinnert sich Herbrand. Auf der Suche nach Ideen zur Umsetzung, Kostümen und Requisiten habe sich dann eine Eigendynamik entwickelt, die die Truppe vor die Frage stellte: Spaßgeschichte oder Leistungsanspruch?  Wenn, dann richtig , war die einhellige Antwort. Mit dem Ehrgeiz, mit dem ersten Stück im Amateurbereich der Schauspielkunst zu landen, startete  total besteuert durch: Nun wird auch an Wochenenden und Feiertagen geprobt, Flohmärkte und Gebrauchtwarenläden wurden nach Requisiten durchstöbert. Autodidaktisch hat sich Christiane Lang, die im Stück Betty Johnson heißen wird, Schminktechniken einerMaskenbildnerin angeeignet und die Kostümkoordination übernommen. Da  Funny Money auf der Bühne nur zwei Frauenrollen bietet, übernahm Silke Sager die scherzhaft von den anderen genannte  Engelrolle : Ihr obliegen alle organisatorischen Aufgaben rund um die Aufführungen in Edenkoben und dem Finanzministerium in Saarbrücken, inklusive Kartenverkauf. Aus dem Hintergrund assistiert sie dem Regisseur, bedient die Tontechnik und souffliert.  Sicher hat uns auch die Angst vor einer Blamage motiviert , bekennt Jörg Ramb, der in der männlichen Hauptrolle den Buchhalter Henry Perkins spielt und zusammen mit einem befreundeten Schreiner die Kulissenwände gezimmert hat. Die hohe Erwartungshaltung der Amateurschauspieler an sich selbst hat sich in Edenkoben indes wohl schon herumgesprochen: Die Premiere ist bereits ausverkauft.